Beschaffungskosten bei Amazon hinterlegen: So fallen FBA-Erstattungen nicht zu niedrig aus
Geht Ihre Ware im Wareneingang, im Lager oder bei einer Remission verloren, erstattet Amazon nicht den Verkaufspreis, sondern die Beschaffungskosten. Haben Sie die nicht hinterlegt, setzt Amazon eine eigene Schätzung an. Dieser eine Wert entscheidet also darüber, wie viel Geld zurückkommt.
Stand: Oktober 2026, geprüft anhand der Seller-Central-Hilfe von amazon.de · von Tobias Gensicke, 2017–2026 selbst FBA-Händler auf 13 Amazon-Marktplätzen
Was Amazon unter Beschaffungskosten versteht
Laut Amazon sind Beschaffungskosten Ihre Kosten für den Bezug eines Produkts von einem Hersteller, Großhändler oder Wiederverkäufer – oder die Herstellkosten, wenn Sie selbst herstellen. Nicht dazu gehören Versand, Bearbeitung, Zölle und andere Gebühren.
Für welche Fälle sie zählen
Die Beschaffungskosten sind die Grundlage für Erstattungen bei Verlust oder Schaden vor einer Bestellung: im Wareneingang, im Logistikzentrum und bei Remissionen. Bei Kundenrücksendungen gilt dagegen der Betrag aus der Originalbestellung abzüglich Gebühren und Umsatzsteuer.
Waren die Artikel zum Zeitpunkt des Verlusts im Zustand „nicht verkaufbar“, erstattet Amazon nicht den vollen geschätzten Wert.
Wo Sie sie eintragen
Im Portal „Lagerbestandsfehler und Erstattung“ auf der Seite „Beschaffungskosten verwalten“. Dort sehen Sie auch Amazons eigene Schätzung für jeden Artikel und über die Statusspalte, ob Ihre Werte angenommen wurden.
Warum Amazon Werte ablehnt
Amazon kann Ihre Angaben anzweifeln und Nachweise verlangen. Abgelehnt werden Werte laut Richtlinie insbesondere, wenn
- sie im Vergleich zu ähnlichen Produkten oder zu Amazons Schätzung ein Ausreißer sind,
- die Unterlagen gefälscht, manipuliert oder unlesbar sind,
- beim Konto Verdacht auf Betrug oder erhebliche Richtlinienverstöße besteht,
- Sie in den letzten 30 Tagen für denselben Artikel schon eine Kostenaktualisierung oder einen Widerspruch eingereicht und eine Entscheidung erhalten haben – ohne neue Informationen.
Lehnt Amazon ab, wird nach einem zuvor genehmigten Wert oder nach Amazons Schätzung erstattet. Gegen einen Erstattungsbetrag können Sie über „Unterstützung anfordern“ widersprechen.
Worauf Sie achten sollten
- Lieferantenrechnungen griffbereit halten. Sie sind der Nachweis, falls Amazon nachfragt – und dieselben Belege brauchen Sie auch für Anträge zum Wareneingang.
- Nur echte Kosten eintragen. Aufgeblähte Werte fallen als Ausreißer auf und kosten Glaubwürdigkeit.
- Schätzungen im Blick behalten. Amazon aktualisiert seine Kostenschätzungen regelmäßig und informiert, wenn das Ihre Werte betrifft – dann lohnt ein Abgleich.
Überblick über alle Fallarten und Fristen: FBA-Erstattung beantragen.
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